Wer kümmert sich zurzeit um kranke Mütter und Väter?

Eine geplatzte Kur und zusätzliche Belastungen durch die Corona-Krise.

Foto: MGW

Ein öffentlicher Apell einer betroffenen Mutter

Ich möchte mich an Sie wenden, weil ich verzweifelt, besorgt und wütend bin.

Ich bin eine junge Mutter und ich bin am Ende meiner Kräfte.

Mit Sicherheit wissen Sie schon, dass die derzeitige Situation für viele Familien ein Kraftakt und eine enorme Belastung darstellt?

Aber was ist mit den Eltern, die auch schon vor Corona „schwere“ Zeiten hinter sich haben? Die aus diesem Grund eine Mutter- oder Vater-Kind-Kur beantragt haben und schon sehr lange darauf warten. Sie müssen jetzt nicht nur die belastende Corona-Situation meistern, sondern auch ihre bereits bestehende, starke körperliche Erschöpfung, sowie psychische Überlastung wegstecken, als würde es diese gar nicht geben!

Denn Niemand scheint dies zu kümmern. Vorsorge- und Rehakliniken sind schon seit fast zwei Monaten geschlossen! Wann öffnen diese wieder? Wer kümmert sich gerade ganzheitlich um kranke, erschöpfte Mütter und Väter? Können Sie mir darauf eine Antwort geben?

Über Themen wie Zoo-Öffnung, Fußball-Bundesliga, etc. werden politische Debatten geführt. Aber medizinische Einrichtungen und Kliniken sollen geschlossen bleiben? Ich bin sprachlos, enttäuscht und vor allem traurig über diese Prioritätensetzung der Politik.

Ich möchte Ihnen dafür kurz meine persönliche Situation schildern:

Vor einem halben Jahr habe ich eine Mutter-Kind-Kur von meinem Hausarzt verordnet bekommen, weil ich unter depressiven Episoden und einem starken Erschöpfungssyndrom leide. Dazu kommen Gereiztheit, Konzentrationsschwäche sowie starke Rücken- und Kopfschmerzen. Meine Erkrankungen verschlimmern sich in der Corona-Krise und eigentlich wäre ich zum jetzigen Zeitpunkt mit meinem 2-Jähirgen Sohn bei einer Kurmaßnahme, die leider abgesagt wurde.

Ich hatte mich so sehr auf den Klinikaufenthalt gefreut, auf die ärztliche und psychologische Hilfe und auf die wertvolle Zeit mit meinem Sohn zusammen. Stattdessen darf mein Sohn miterleben, wie seine Mama immer schwächer wird, trauriger, verzweifelter, sorgenvoller…

Leider ist auch nicht mit einem zeitnahen Ersatztermin für eine Kur zu rechnen, da die Kurkliniken in den nächsten Monaten voll besetzt und ausgelastet sind. Das zeigt mir, dass sehr viele Mamas und Papas am Ende ihrer Kräfte sind und dies auch schon vor Corona waren.

Daher bitte ich die einzelnen Bundesländer, die Öffnung von Vorsorge- und Rehakliniken für Mütter und Väter schnellstmöglich wieder anzuordnen! Es ist möglich, dafür Auflagen zu erstellen und Hygienevorschriften zu erteilen, denn es ist nötiger denn je! Bitte handeln Sie! Ohne Eltern gibt es keine Ärzt*innen, keine Verkäufer*innen, keine Politiker*innen, etc.

Wir gehören zu den systemrelevanten Menschen in unserer Gesellschaft und legen den Grundstein dafür!

 

Wenn Sie die Arbeit des Müttergenesungswerks unterstützen möchten, beteiligen Sie sich jetzt an unserer Spenden-Challenge gemeinsam-stark.social.

Mit finanziellen Kur-Zuschüssen sorgt das Müttergenesungswerk zum Beispiel für die Fahrtkosten, Kurkleidung oder den gesetzlichen Eigenanteil. Denn ohne die Spenden können viele Mütter oftmals nicht an einer für sie notwendigen Kur teilnehmen.

 

Die abgebildeten Personen sind nicht die Betroffenen aus dem Brief. Sie möchten anonym bleiben.

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