Dies zeigt der aktuelle Datenreport des Müttergenesungswerkes (MGW) bei der heutigen Jahrespressekonferenz. ExpertInnen im MGW sind sich einig: Viele Mütter stehen nach wie vor als Hauptverantwortliche für Familienarbeit in einer permanenten Überlastungssituation mit Zeitstress und hohem Erwartungsdruck. Die Krankheiten von Kindern stehen oft in Verbindung mit belastenden Familiensituationen.

Bei den Kindern nehmen insbesondere Atemwegserkrankungen (26 Prozent) und psychische Störungen (23 Prozent), beispielsweise Verhaltensauffälligkeiten, emotionale Störungen oder ADHS zu. Hinzu kommen oft krankmachende Familiensituationen (18 Prozent) wie Trennung und Trauer oder auch Gewalterfahrungen.

„Mütter sind durch die Vielzahl der Anforderungen und Erwartungen stark überlastet. Sie stehen unter Stress. Das ständige Hin und Her zwischen Kindern, Haushalt und Beruf ist zu einem Bermudadreieck für Mütter geworden, in dem ihre eigenen Bedürfnisse verloren gehen, sie werden krank. Die Folge ist die Schwächung des sozialen Systems ‚Familie‘ und damit auch der Kinder“, erläuterte die Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler, MdB. „Die Kurmaßnahmen im Müttergenesungswerk setzen genau hier an: Die Stärkung des Systems Familie über die Mutter wirkt auch positiv auf die Gesundheit der Kinder.“

 Anne Schilling, Geschäftsführerin des MGW ergänzte: „Das ganzheitliche und mütterspezifische Konzept der Kurmaßnahmen des Müttergenesungswerkes berücksichtigt die Mutter-Kind-Beziehung. Wir wissen, dass die Behandlung von Müttern und Kindern Wechselwirkungen vorweisen und einen direkten Bezug zur Gesundheit von Kindern haben. Die individuelle Erarbeitung von alltagstauglichen Strategien während der Kur, um krankmachende Faktoren zu minimieren sowie die Nachsorgeangebote wirken nachhaltig auf Mutter und Kind.“

Udo Wankelmuth, Geschäftsführer des ITZ Caritas-Haus Feldberg, erläuterte die Praxis in den Kliniken: „Neben eigenen Behandlungen für Kinder ist die Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung mit therapeutischer Unterstützung wichtig, um das Vertrauen zu festigen, das aktive gemeinsame Erleben neu zu entdecken und die Erziehungskompetenz zu stärken.“

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