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Gesundheit braucht Politik: MGW fordert konkretes politisches Handeln

Parlamentarisches Frühstück des Müttergenesungswerks

Rebekka Rupprecht (Geschäftsführerin MGW), Katja Mast (Kuratoriumsvorsitzende des MGW, Bundestagsabgeordnete, Parlamentarische Staatssekretärin) und Saskia Esken, MdB (zu Gast bei MGW-Veranstaltung)

Berlin, 24. September 2026. Was kann Politik konkret tun, um die Gesundheit von Müttern, Vätern und pflegenden Angehörigen zu stärken? Mit sieben klaren Forderungen gibt das Müttergenesungswerk (MGW) darauf präzise Antworten. Beim fraktionsübergreifenden Parlamentarischen Frühstück diskutierte das MGW gestern mit Bundestagsabgeordneten über politische Handlungsmöglichkeiten für eine verlässliche Gesundheitsversorgung von Sorgearbeit Leistenden und deren konkrete Umsetzung. Grundlage ist das Care-Manifest des Müttergenesungswerks, das im Rahmen der MGW-Kampagne „Mütter auf die Eins!“ bereits im Mai veröffentlicht wurde. 

Die Kuratoriumsvorsitzende Katja Mast, Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatsekretärin, appelliert an ihre Kolleg*innen: „Mütter, Väter und pflegende Angehörige leisten jeden Tag einen unverzichtbaren Beitrag für unsere Gesellschaft, sie geben ihr ganzes Herz. Umso wichtiger ist es, ihre Gesundheit und ihre Bedürfnisse politisch und gesellschaftlich stärker in den Blick zu nehmen. Als Parlamentarier*innen können wir gemeinsam daran arbeiten, gute und verlässliche Rahmenbedingungen für Sorgearbeit Leistende zu schaffen – langfristig, vorausschauend und nachhaltig. Mein Wunsch ist es, dass sich unser Handeln ganz konkret im Alltag von Müttern bemerkbar macht“.

Der Handlungsbedarf ist groß: Rund zwei Millionen Mütter in Deutschland haben einen Bedarf an einer stationären medizinischen Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme. Gleichzeitig stehen die Strukturen, die Sorgearbeit Leistende gesundheitlich unterstützen, unter zunehmendem Druck. Doch unbezahlte Sorgearbeit ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft und darf deshalb gesundheitspolitisch nicht als Nebensache behandelt werden. Das MGW fordert deshalb, diese dringend benötigten Unterstützungssysteme auch in Zeiten eines angespannten Bundeshaushaltes verlässlich zu sichern. 

Die Haushaltslage ist angespannt, in vielen Bereichen braucht es ein Umdenken und mit verfügbaren öffentlichen Mitteln muss verantwortungsvoll umgegangen werden. Das ist auch dem MGW klar. „Aber gerade dann müssen wir genau hinschauen, wo Kürzungen weitreichende Folgen haben. Leistungen und Strukturen, die für das Funktionieren unserer Gesellschaft unverzichtbar sind, müssen Bestand haben“, betont MGW-Geschäftsführerin Rebekka Rupprecht. „Die Gesundheit Sorgearbeit Leistender darf nicht dem kurzfristigen Spardruck zum Opfer fallen. Wer heute notwendige Strukturen sichert und in Prävention investiert, kann gesundheitlichen und gesellschaftlichen Folgekosten von morgen vorbeugen.“

Das zeigt sich auch in den 70 gemeinnützigen Kliniken im MGW-Verbund. Dort besteht bereits seit Jahren ein erheblicher Investitionsstau. Mit den zuletzt bereitgestellten Bundesmitteln konnte gerade begonnen werden, diesen abzubauen. Mit dem Entwurf des Bundeshaushaltes 2027 deutet alles darauf hin, dass dies ein vorzeitiges Ende hat, denn die veranschlagten Mittel werden bereits vollständig für bereits bewilligte Projekte benötigt. 

Politische Entscheidungen müssen Lebensrealitäten berücksichtigen

Wenn notwendige Strukturen wegfallen oder wichtige Regelungen fehlen, tragen die Menschen die Konsequenzen, die auf diese wichtigen Unterstützungssysteme und Leistungen angewiesen sind. Auch die Situation pflegender Angehöriger macht deutlich, wie wichtig passgenaue politische Rahmenbedingungen sind. Pflegende Angehörige sind ein unverzichtbarer Bestandteil der pflegerischen Versorgung in Deutschland. Umso wichtiger ist es, sie gesundheitlich zu unterstützen und Hürden abzubauen, die dies erschweren. So fordert das MGW beispielsweise den Zugang zu Vorsorgeleistungen nicht unnötig zu erschweren und den Grundsatz „ambulant vor stationär“ in § 23 SGB V zu streichen. Wer pflegt, braucht einen niedrigschwelligen Zugang zu Unterstützungssystemen, die der Alltagssituation von pflegenden Angehörigen gerecht werden und sie nicht zusätzlich belastet. 

Politische Rahmenbedingungen sollten die Menschen dort abholen, wo sie stehen – in ihrer tatsächlichen Lebensrealität. Mit seinen sieben politischen Forderungen zeigt das Müttergenesungswerk konkrete Wege auf, wie die gesundheitliche Versorgung von Sorgearbeit Leistenden verlässlich gestärkt und die dafür notwendigen Strukturen langfristig gesichert werden können. Jetzt ist es an der Politik, diese umzusetzen. 

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Die Elly Heuss-Knapp-Stiftung, Deutsches Müttergenesungswerk (MGW) wurde 1950 von Elly Heuss-Knapp, der Frau des ersten Bundespräsidenten, gegründet. Ziel der gemeinnützigen Stiftung ist die Gesundheit von Müttern und inzwischen auch von Vätern und pflegenden Angehörigen. Unter dem Dach des MGW arbeiten fünf Wohlfahrtsverbände bzw. deren Fachverband/Arbeitsgemeinschaft (AWO, DRK, EVA, KAG, Parität) zusammen. Besonders zeichnet sich das MGW durch ganzheitliche und gendersensible Kurmaßnahmen und das Konzept der Therapeutischen Kette im MGW-Verbund aus. Diese umfasst die kostenlose Beratung der Betroffenen bei fast 900 Beratungsstellen der Wohlfahrtsverbände rund um die Kurmaßnahmen sowie die Kurmaßnahme in den über 70 vom MGW anerkannten Kliniken für Mütter und Mutter-Kind bzw. Väter und Vater-Kind sowie pflegende Angehörige und die Nachsorgeangebote vor Ort. Alle anerkannten Kliniken tragen das MGW-Qualitätssiegel. Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft der Frau des Bundespräsidenten Elke Büdenbender. Das Müttergenesungswerk benötigt Spenden, z. B. zur Unterstützung einkommensschwacher Mütter und ihrer Kinder bei der Durchführung einer Kurmaßnahme, für Beratung und Nachsorgeangebote sowie für Informations- und Aufklärungsarbeit.  

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