Besuch einer Berliner Beratungsstelle

Die Arbeit der Beraterinnen im Verbund des Müttergenesungswerks ist eine wichtige Stütze für Mütter.

Erste Anlaufstelle und eine kostenlose Beratung zu allen Fragen rund um die Kurmaßnahme bieten die rund 1.200 Beratungsstellen im Verbund des Müttergenesungswerks.

Eine von diesen durften wir besuchen: Die Beratungsstelle des Kreisverbands Berlin-Wedding/Prenzlauer Berg e.V. vom Deutschen Roten Kreuz. Maria Meisterernst ist hier die leitende Sozialarbeiterin. Sie hat uns einen Einblick in ihren Arbeitsalltag gewährt und erzählt, wie ein Beratungsgespräch für eine Mütter- oder Mutter-Kind-Kur abläuft. Dabei geht es nicht nur um Formalitäten, die geklärt werden müssen, sondern Frau Meisterernst fängt die Mütter auf, die erschöpft und mitunter auch verzweifelt sind, und zeigt ihnen eine Perspektive auf, indem sie über die Kurmaßnahme berichtet.

Einige Mütter kommen mit ihren Kindern zur Beratung, weil sie in dieser Zeit keine Kinderbetreuung haben. Aber auch darauf ist Maria Meisterernst bestens vorbereitet: Für kleine Kinder gibt es Spielzeug und eine Tafel zum Malen und größere Kinder, denen das Gespräch Angst machen könnte, können sich in einem separaten Raum aufhalten. Kommen die Mütter mit ihren Babys, finden die Gespräche auch gern auf einer Matte auf dem Boden statt. „Ich passe mich dem Bedarf individuell an und zuerst werden die Kinder versorgt, damit sich die Mütter im Gespräch wohl fühlen“, erklärt die Beraterin.

Der Bedarf nach Mutter-Kind-Kuren ist anhaltend hoch, weshalb die Termine oft erst einen Monat nach Vereinbarung stattfinden können. In der Regel besteht eine komplette Beratung aus ein bis drei Gesprächen von der ersten Unterhaltung über die Beantragung bis hin zur Klinikauswahl. Manchmal werden Kuranträge abgelehnt, aber auch beim Widerspruch hilft die Beratungsstelle. Nach dem Aufenthalt in einer Kurklinik gibt es auch Nachsorgeangebote über die Beratungsstelle, die die Mütter wahrnehmen können.

In 2018 wurden circa 130.000 Mütter in den Beratungsstellen des MGW-Verbunds kostenlos beraten. Maria Meisterernsts große Sorge ist, dass die Beratungsarbeit trotz des hohen Bedarfs eher zurückgeht, da einige Beratungsstellen weniger bis nicht mehr besetzt sind: „Es gibt keinerlei Refinanzierung von öffentlichen Stellen. Das Personal für die Beratungsstelle wird entweder vom jeweiligen Träger des Wohlfahrtverbands, dem die Arbeit wert ist, oder über Spenden finanziert. Zudem ist es schwer, geeignete SozialarbeiterInnen zu finden“, sagt sie. Maria Meisterernst wünscht sich mehr Beratungsstellen und vor allem Personal, damit die Mütter umfassend beraten und ihnen geholfen werden kann.

Das Müttergenesungswerk hat eine politische Initiative gestartet, um eine gesetzliche Regelung zur Unterstützung der Beratung für kurbedürftige Mütter und Väter und pflegende Angehörige zu erreichen.

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Andrea Lockhoff

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