Vatersein – Raus aus dem Klischee, rein in die neue Rolle

Im Vergleich zu den 90ern hat sich einiges getan in der Väter-Welt. Dad of Lotta berichtet von veränderten Rollen und wertvoller Elternzeit.

© Dad of Lotta

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!“ – Diesen klischeebehafteten Spruch hat wohl jeder werdende Vater mindestens einmal in seinem Leben gehört. Doch was hat es damit auf sich und wird sich solch eine Prophezeiung je bewahrheiten…?!

Ich möchte schon jetzt vorwegnehmen, dass das Vater sein gewiss kein Freifahrtschein ist. Im Gegenteil. Vielmehr sind die Rahmenbedingungen zwischen Vater & Kind gewiss andere als noch in den 90ern.

Wir haben in Deutschland mittlerweile die (bezahlte) Elternzeit für Väter, wir haben alleinerziehende Väter und generell hat sich meiner Meinung nach das Rollenbild schlechtweg (im positiven Sinne) verändert. Der Vater ist nicht mehr nur der Hauptversorger der Familie. Die Mutter nicht mehr nur die kochende Fee am Herd. Die Rollen sind heutzutage nicht mehr nur nach den Pflichten von Vätern & Mütter aufgeteilt. Vielmehr findet Elternsein in einer partnerschaftlichen Symbiose statt. Und das ist auch gut so.

Ich selbst habe zwei Kinder im spannenden Alter von 9 und 3 Jahren. Ich selbst habe zweimal Elternzeit – je zwei Partnermonate - bei meinem Arbeitgeber beantragt. Diese Momente und Bindung habe ich mit meinen Töchtern genossen und aufgesaugt. Momente, die mir niemand mehr nehmen kann.

Ich habe anfangs unter Anleitung Windeln gewechselt, ich habe mit leichtem Murren zwei Geburtsvorbereitungskurse besucht und war zweimal live im Kreissaal dabei als der obligatorische Durchschnitt der Nabelschnur zur Mannessache erklärt wurde. Das alles hat mich bis heute viel Schweiß und Tränen (der Freude und Angst) gekostet. Ich stand nicht selten vor neuen Herausforderungen, erst recht, wenn meine Frau zwei Mal im Jahr für mehrere Tage auf Dienstreise im Ausland war.

Doch man wächst an seinen Herausforderungen. Und Taten. Ja, auch das mag ein Klischee sein. Jedoch mit der gehörigen Portion Wahrheit. Und Richtigkeit. Denn wir Väter fordern schließlich nicht selten mehr Rechte. Und haben diese beispielsweise in Form von bezahlter Elternzeit, oder einem gesetzlich anberaumten Besuchsrecht bei Trennungskindern mittlerweile auch bekommen. Ich weiß wovon ich rede, kenne ich doch schließlich beide Seiten der Medaille.

In den letzten 20-30 Jahren hat sich also eine Menge getan. Im Bezug aufs Eltern sein. Ja, auch aufs Vater sein. Weil sich die Rollen verändert haben. Weil sich die Rahmenbedingungen geändert haben. Denn an manchen Tagen geht es eben nur im Zusammenspiel Mutter/Vater. Jeder, der mindestens einmal abends heulend vor der 4. vollen Waschmaschine gesessen hat, kennt dieses Moment alles hinschmeißen zu wollen…

Deshalb mein Appell an alle Väter da draußen: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Vater werden weckt in Dir Triebe und schenkt Dir eine riesen Portion LIEBE!“

Habt keine Angst vor einem eventuellen Karriere-Killer, oder gar vor dem Versagen bei dem Windeln wechseln…Nehmt euch Zeit. Viel Zeit. Für eure Kinder. Nach Feierabend, oder eben in Form von bezahlter Elternzeit.

 

Dieser Beitrag ist in Zusammenarbeit mit Dad of Lotta entstanden und ist gefördert vom  BMFSFJ.

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