
Viele alleinerziehende Mütter kämpfen täglich mit der Herausforderung, Familie, Arbeit und eigene Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Das Müttergenesungswerk (MGW) möchte diesen Müttern ermöglichen, neue Kraft zu tanken. Der folgende Erfahrungsbericht zeigt, wie Olesia, Mutter von zwei Töchtern, durch die Kur nicht nur ihre eigene Gesundheit, sondern auch die Beziehung zu ihren Kindern stärken konnte. Besonders wertvoll war die finanzielle Unterstützung durch das MGW, die es ihr ermöglichte, die Zeit in der Kur noch intensiver zu genießen und besondere Momente mit ihren Kindern zu erleben.
Der Spagat zwischen Arbeit, Familie und eigenen Bedürfnissen
Ich bin alleinerziehende Mutter von zwei Töchtern, die elf und acht Jahre alt sind. Die Herausforderung meines Alltags vor der Mutter-Kind-Kur bestand oft darin, alles unter einen Hut zu bekommen: Kinder, Arbeit, Haushalt und die ständige Sorge, ob ich genug für meine Kinder tue und ob ich als Mutter gut genug bin. Ich arbeitete in Teilzeit als Bäckerei-Fachverkäuferin, was an sich schon viel Organisation erfordert hat. Vor allem, weil meine Arbeitszeiten wechselten und ich ständig auf den Spagat zwischen Terminen, Arztbesuchen und den Bedürfnissen meiner Kinder angewiesen war. Es gab eine Zeit, in der ich so erschöpft war, dass ich nachts nur noch zwei oder drei Stunden schlafen konnte. Ich fühlte mich ständig müde und kraftlos. Besonders emotional belastend war ein Erlebnis, als ich wegen meiner Arbeit für meine Kinder ein paar Tage lang kaum da sein konnte.
„Mama, wir vermissen dich“ – der Weckruf zur Veränderung
Meine Kleine sagte zu mir: "Mama, wir vermissen dich, wir sehen dich kaum." Das hat mich wirklich getroffen. Ich wusste, dass ich etwas ändern musste, denn ich konnte nicht so weitermachen. Dank meines Hausarztes, der mir eine Mutter-Kind-Kur empfahl, konnte ich endlich etwas für mich tun. Er erklärte mir, dass ich die Kinder mitnehmen dürfe, und das war für mich entscheidend. Die Vorstellung, einfach wegzufahren und sie zurückzulassen, war für mich nicht vorstellbar. Der Antrag bei der Krankenkasse lief überraschend schnell und unkompliziert und schon bald war alles organisiert. Es war sogar so, dass ich mir die Klinik aussuchen konnte, was mich sehr überrascht hat, da ich dachte, diese würde einfach zugewiesen werden.
Zeit für mich, Raum für uns
In der Kur angekommen, habe ich schnell gemerkt, wie sehr ich Unterstützung brauchte und vor allem, dass ich nicht alleine bin. Ich traf viele andere Mütter, die ähnliche Sorgen und Ängste hatten wie ich. Die Gespräche mit ihnen haben mir unglaublich geholfen, weil ich verstanden habe, dass es nicht nur mir so geht. Jede Mutter trägt ihre eigenen Herausforderungen, und das Wissen, dass man nicht alleine ist, tat gut. Ich konnte mir auch die Zeit nehmen, mich mit anderen Frauen auszutauschen und von ihren Erfahrungen zu lernen. Die körperlichen Anwendungen in der Kur, wie zum Beispiel das Nordic Walking, waren eine tolle Erfahrung. Ich hatte es nie wirklich mit Sport gehabt, aber diese Art der Bewegung tat gut und half mir, wieder Energie zu tanken. Besonders schätzte ich, wie sich das gesamte Team in der Klinik um uns kümmerte. Egal, welche Sorgen oder Probleme hatten, man fühlte sich gehört und gut betreut. Und meine Kinder waren bestens versorgt, was mir ermöglichte, mich auf mich selbst zu konzentrieren, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Die psychologische Betreuung in der Kur war für mich ein Wendepunkt. Durch die Gespräche mit meiner Psychologin konnte ich mich wiederfinden und feststellen, dass ich vieles schon richtig mache. Die Erkenntnis, dass ich Unterstützung brauche, hat mir sehr geholfen. Ich habe gelernt, wie ich meine Energie wieder aufladen kann und wie ich besser mit stressigen Situationen umgehe.
MGW-Zuschuss: Kleine Hilfe, große Wirkung
Ich hatte das Glück, während der Kur einen Zuschuss durch das MGW zu erhalten, was mir sehr geholfen hat. Dieser wurde mir von der Psychologin empfohlen, mit der ich bei meiner Ankunft in der Klinik sprach. Zuerst war ich überrascht, da ich nicht damit gerechnet hatte. Wir hatten zwar etwas gespart, aber der Zuschuss ermöglichte es uns, die Zeit dort noch mehr zu genießen und einige Aktivitäten zu unternehmen, die sonst nicht drin gewesen wären. Die Beantragung des Zuschusses war unkompliziert und ging schnell. Ich musste lediglich angeben, was ich verdiene und welche Zuschüsse ich bereits erhalte, und schon wurde mir bestätigt, dass ich Anspruch darauf habe. Mit diesem Zuschuss konnten meine Kinder und ich einige Ausflüge unternehmen, die wir uns sonst nicht leisten hätten können. Besonders schön war eine Fahrt mit der Seilschwebebahn im Harz – eine Aktivität, die für uns alle ein besonderes Erlebnis war. Am Ende haben wir noch ein Eis gegessen, und die Kinder waren einfach überglücklich. Diese Momente haben unsere Zeit in der Kur zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Besondere Momente mit den Kindern: Erinnerungen, die bleiben
Ein ganz konkretes Beispiel für die positive Veränderung, die diese Zeit für mich in meinem Alltag brachte, war die Verbesserung meiner Beziehung zu meinen Kindern. Meine Töchter sagten mir nach der Kur, dass ich viel ruhiger geworden bin. Wo ich früher oft ungeduldig war, kann ich jetzt einfach lächeln und mich zurücknehmen. Ich habe gelernt, dass ich nicht immer perfekt sein muss und auch meine Kinder ihre eigenen Fehler machen dürfen. Diese Gelassenheit hilft mir nicht nur, die Kinder besser zu verstehen, sondern auch, mich selbst als Mutter und als Mensch wieder mehr zu schätzen.
Drei Wochen, die alles verändern
Die drei Wochen in der Kur haben mich wirklich verändert. Ich habe nicht nur körperlich, sondern vor allem auch mental viel gewonnen. Ich weiß jetzt wieder, wie ich mich selbst stärken kann und wie ich als Mutter und als Frau besser für mich und meine Kinder sorgen kann. Für alle Mütter, die sich überfordert fühlen und glauben, dass sie alles alleine schaffen müssen, kann ich nur sagen: Eine Kur ist eine wunderbare Gelegenheit, sich selbst wiederzufinden und neue Kraft zu schöpfen. Und wenn es finanziell schwierig ist, sollte man auf jeden Fall einen Zuschuss zur Kur beantragen – das ist eine tolle Möglichkeit, sich und den Kindern während der Kur kleine Freuden zu machen, die viel bewirken.